23.01.2018 / Pressemitteilung

Für eine weltweite Öffentliche Gesundheitsversorgung

Menschenrechtsverletzungen in Krankenhäusern sind nicht nur ein systemisches Problem in Entwicklungsländern, sondern ein Skandal, erklärt Eva-Maria Schreiber, Entwicklungspolitikerin der Linksfraktion, anlässlich der Veröffentlichung einer Studie des Clatham House zu Krankenhaus-Festnahmen und dem Verwehren von Rechten und Würde von Patient*innen. Schreiber weiter:

In vielen Ländern, beispielsweise im Kongo, werden ärmere Patienten, die ihre Krankenhausbehandlung nicht bezahlen können, mit Ketten an Krankenhausbetten gefesselt gegen ihren Willen festgehalten. Manchmal dürfen Mütter nach der Geburt im Krankenhaus dieses nicht verlassen, so dass 'Säuglinge praktisch als Gefangene das Licht der Welt erblicken', stellt die Studie von Robert Yates, Tom Brookes und Eloise Whitaker heraus. Frauen bieten 'sexuelle Dienste' an Ärzte an, um anfallende Kosten zurück zu zahlen. Für die Hilfsorganisationen ist dies der Beweis für die Notwendigkeit einer universalen öffentlichen Gesundheitsversorgung. Die Eigenbeteiligung armer Bevölkerungsgruppen muss abgeschafft werden. Aber leider gibt es hier noch immer keinen Fortschritt.

DIE LINKE fordert verstärkte finanzielle Anstrengungen beim Aufbau einer öffentlichen Gesundheitsversorgung weltweit. Wir setzen uns seit langem dafür ein, mindestens 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für internationale Gesundheitsförderung auszugeben, Deutschland liegt bis heute jedoch bei nur rund 0,03 Prozent.

Hinweis zum Einsatz von Cookies

close