23.08.2018 / Presseecho

Mittel für Tuberkuloseforschung müssten viel stärker aufgestockt werden (Deutsches Ärzteblatt)

In der Antwort auf meine Kleine Anfrage zu Tuberkulose (Drucksachennummer 19/3605) erklärt die Bundesregierung, dass sie ihre Forschungsförderung zur Tuberkulose (TB) von 7,2 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 14,8 Millionen Euro im Jahr 2017 erhöht hat.

Für Forschung und Entwicklung zu Tuberkulose von Januar 2014 bis Juni 2018 hat die Bundesregierung insgesamt 36,7 Millionen Euro bereitgestellt.

"Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte gestern im Hinblick auf kommende neue Behandlungsrichtlinien der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO das US-amerikanische Pharmaunternehmen Johnson & Johnson aufgefordert, das Medikament Bedaquilin zur Behandlung von resistenten Formen der TB (MDR-TB) günstiger anzubieten. Denn nur wenn das Medikament bezahlbar sei, könnten ärmere Länder die WHO-Empfehlungen umsetzen, so das Hilfswerk.

Die Vereinten Nationen (UN) bereiten sich zurzeit auf einen hochrangigen Gipfel zu Tuberkulose am 26. September vor. „Wir hoffen sehr, dass die Deutsche Bundesre­gierung sich in den Verhandlungen um die Abschlusserklärung bemüht, dass sich die UN deutlich für den bezahlbaren Zugang zu Medikamenten einsetzen“, sagte Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen Deutschland."

 

Die Antworten bleiben sehr vage. "Die Bundesregierung erachte es aber als grundsätzlich erforderlich, „das Thema Zugang zu medizinischen Produkten in seiner gesamten Komplexität zu erfassen und Barrieren zum Zugang zu bezahlbaren Arzneimitteln auf breiter Ebene zu überwinden“. Den Patentschutz sieht die Bundesregierung danach grundsätzlich „als Anreiz für Innovationen, Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel und somit als Teil der Lösung“.

Aus Sicht der Linken ist das Engagement der Bundesregierung nicht ausreichend. Die Beträge gegen vermeidbare und vernachlässigte Krankheiten, vor allem Tuberkulose, seien „viel zu gering“, sagte die Linken-Abgeordnete Eva-Maria Schreiber. Die Bundesregierung spiele sich gern als Vorreiter in der globalen Gesundheitspolitik auf, besonders der finanzielle Einsatz für das Menschenrecht auf Gesundheit sei aber „eher bescheiden“. Angesichts eines Rüstungshaushalts von knapp 40 Milliarden Euro sind diese Beträge aber beschämend niedrig.

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