11.09.2018 / Pressemitteilung

Außen- und Klimapolitik der Bundesregierung befördert weltweiten Hunger

„Wer bisher geglaubt hat, die Hungerproblematik werde sich im 21. Jahrhundert von allein lösen, der irrt gewaltig. Die Zahl der Hungernden ist im letzten Jahr zum zweiten Mal in Folge auf 821 Millionen Menschen gestiegen. Durch die Ausrichtung ihrer Außen-, Handels- und Klimapolitik trägt die Bundesregierung eine Mitverantwortung für diese tödliche Entwicklung“, kommentiert Eva-Maria Schreiber, Sprecherin für Welternährungspolitik der Fraktion DIE LINKE, den aktuellen Bericht der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zu Hunger und Unterernährung. Schreiber weiter:

„Erstens kooperiert die Bundesregierung mit Regimen, die Hunger als Waffe einsetzen. Dazu zählen etwa Saudi Arabien, das die Zivilbevölkerung im Jemen aushungert, oder der sudanesische Diktator Al Bashir, der Nahrungsmittelhilfen in Konfliktregionen des Sudans blockiert und gleichzeitig mit EU-Geldern Flüchtlingsabwehr betreibt. Zweitens hat die Bundesregierung gemeinsam mit der EU-Kommission den afrikanischen Staaten Freihandelsabkommen aufgezwungen, die bestehende landwirtschaftliche Strukturen in diesen Ländern bedrohen und damit den Hunger mehren. Drittens blockiert die Auto- und Kohlekanzlerin Merkel eine ambitionierte Klimapolitik, obwohl klar ist, dass klimabedingte Dürren und Überschwemmungen die Nahrungsgrundlagen von Millionen Menschen zerstören.

Will die Bundesregierung eine produktive Rolle bei der Hungerbekämpfung spielen, muss sie folgende Maßnahmen ergreifen: Stopp der Kooperation mit Regimen wie dem des Sudans oder von Saudi Arabien, Förderung des Aufbaus heimischer Agrarproduktion und Agrarmärkte in den Entwicklungsländern unter Einbeziehung der Kleinbauern sowie Umsetzung einer ambitionierten Klimapolitik. Statt hier zu handeln, investiert die Bundesregierung jedoch lieber hunderte Millionen Euro in Abschottungsmaßnahmen gegen Flüchtlinge im Mittelmeer und der Sahara. Für die Bundesregierung scheint der Kampf gegen Hungernde Priorität zu haben, nicht der Kampf gegen den Hunger.“

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