15.09.2018 / Presseecho

Rückkehrer nur schwer vermittelbar (Süddeutsche Zeitung)

"Das Rückkehrerprogramm für abgewiesene Asylbewerber und freiwillig heimgereiste Ausländer von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat bislang nur wenigen Menschen geholfen, wieder einen Job zu finden. Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken geht hervor, dass die neuen Migrationsberatungen in Ägypten, Marokko, Ghana, Nigeria und Afghanistan zwischen Juli 2017 und Juli 2018 von keinem einzigen Rückkehrer aus Deutschland berichtet haben, dem sie einen Arbeitsplatz vermitteln konnten. Im Senegal war es gerade einmal eine Person, in Tunesien waren es sechs. Allein das Beratungszentrum in Kosovo hat in diesem Zeitraum knapp 750 Rückkehrern Jobs vermittelt und sticht damit neben Serbien und Südosteuropa aus der Statistik heraus.

Unter dem Namen "Perspektive Heimat" wollen Müller und Seehofer auch Fluchtursachen bekämpfen. Knapp 300 Millionen Euro sind seit dem vergangenen Jahr in das Programm geflossen, zu einem großen Teil auch in Projekte, die es bereits gab: In "Wald- und Wasserressourcenmanagement", zum Beispiel. Insgesamt habe man so rund 142 000 Personen unterstützt, heißt es. Die linke Entwicklungspolitikerin Eva Schreiber bemängelt eine "Unterordnung der Entwicklungszusammenarbeit unter das innenpolitische Kalkül der Flucht- und Migrationsabwehr."

 

 

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