22.03.2019 / Pressemitteilung

Bundesregierung muss mehr für den Kampf gegen Tuberkulose tun

A physician at the Global Tuberculosis Institute in Newark

„Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit weltweit, noch vor HIV und Malaria. Mit der UN Deklaration ‚United to End Tuberculosis‘ hat auch die Bundesregierung im letzten Jahr ihren Willen bekräftigt, Tuberkulose bis zum Jahr 2030 zu eliminieren. Dieser Verpflichtung muss die Bundesregierung nachkommen“, erklärt Eva-Maria Schreiber, Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Schreiber weiter:

„Notwendig ist eine deutlich höhere Finanzierung für die Bekämpfung von Tuberkulose, besonders der multiresistenten Form. Genauso wichtig ist es, Ungleichheit und Armut den Kampf anzusagen, denn Tuberkulose ist eine Armutskrankheit und vermeidbar. Es ist ein Armutszeugnis, dass sie nicht überall auf der Welt längst zur Vergangenheit gehört.

Es gibt zwar mit Bedaquilin und Delamanid zwei neue Behandlungsmöglichkeiten für die multiresistente Tuberkulose (MDR-TB). Aber die Mehrheit der Betroffenen hat keinen Zugang zu diesen Medikamenten und erhält veraltete Mittel mit schweren Nebenwirkungen wie Taubheit oder Psychosen.

DIE LINKE fordert mehr Geld für den Globalen Fonds gegen Aids, Malaria und Tuberkulose sowie eine deutliche Aufstockung der Gelder für eine öffentlich finanzierte Pharmaforschung, insbesondere zu Tuberkulose und für die Antibiotikaresistenz-Forschung. Deutschland belegt beim Anteil des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung zu Tuberkulose keinen vorderen Platz. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Empfehlungen aus dem Bericht des UN-Expertengremiums für den Zugang zu Medikamenten umzusetzen und sich für mehr Transparenz bei den Forschungs- und Entwicklungskosten neuer Medikamente einzusetzen.“