03.04.2019 / Kleine Anfrage

Start der Vernetzungsplattform für Globale Gesundheit „Global Health Hub Germany“

Drucksache Nr. 19/9164

Launch des Global Health Hub Germany durch Gesundheitsminister Jens Spahn

Das Thema Globale Gesundheit hat in Deutschland in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile wird Deutschland als drittgrößter Geber internationaler multi- und bilateraler Gesundheitsfinanzierung und einem klaren Bekenntnis zum Multilateralismus auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine wichtige Vorreiterrolle zugeschrieben. In Deutschland (wie auch international) besteht eine breite und diverse Akteurslandschaft, die sich dem Thema Globale Gesundheit widmet.

Mit dem erklärten Ziel, eine stärkere Vernetzung und die Nutzung von Synergien sowie Kohärenz zu erreichen, und um den Austausch und die Zusammenarbeit einiger Akteure zum Thema Globale Gesundheit in Deutschland weiter zu befördern, startete der Bundesminister der Gesundheit Jens Spahn am 19. Februar 2019 zusammen mit zahlreichen geladenen Gästen aus anderen Regierungsressorts, Gesundheitsorganisationen, Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen und der Gesundheitswirtschaft den „Global Health Hub Germany“ (GHHG).

Der Hub soll nach Vorstellung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) als unabhängiger Knotenpunkt in Deutschland Akteure aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und Sektoren, die sich für Globale Gesundheit interessieren und engagieren, enger zusammenbringen und international eine Anlaufstelle für Globale Gesundheit werden. Damit sollen der informelle Austausch und eine bessere Zusammenarbeit zwischen relevanten Akteuren gefördert werden, sowie darauf aufbauend die Initiierung neuer Partnerschaften und Projekte. Schwerpunkte sind laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zunächst Tropenkrankheiten, Krebsbekämpfung und Digitalisierung. Über einen Zeitraum von drei Jahren (2019 bis 2021) erhält der Hub eine Anschubfinanzierung von 1,5 Mio. Euro vom BMG und weitere 1,5 Mio. Euro von der Bill und Melinda Gates Foundation (BMGF) für das ESPEN-Programm der WHO, das Tropenkrankheiten bekämpft. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH übernimmt als Geschäftsstelle für diesen Zeitraum die Koordination des Netzwerks (www.bundesgesundheits ministerium.de/presse/pressemitteilungen/2019/1-quartal/global-healthhub-germany.html).

Ziele, Struktur, Finanzierung und Entscheidungsprozesse des GHHG, z. B. die Zusammensetzung des Steuerungsgremiums bzw. „Lenkungskreises“ und die Rolle der Privatwirtschaft sowie die Einbindung anderer Ressorts bleiben nach der Auftaktveranstaltung weiterhin vage. Nichtregierungsorganisationen wie die BUKO Pharmakampagne bemängeln, die Initiative für den Hub sei anfangs allein von Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheitsindustrie wie der German Health Partnership (GHP) ausgegangen, die eine Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ist.

Eine Debatte über Sinn und Zweck des GHHG werde nicht geführt. Es bestehe die Gefahr der Schaffung von Parallelstrukturen, die dem SDG 3 (SDG = Sustainable Development Goals) nicht förderlich, sondern sogar nachteilig sein könnten (www.bukopharma.de/images/ pharmabrief/2018/Phbf2018_08-09.pdf). Laut Plattform für Globale Gesundheit, einem Zusammenschluss von NGOs, die zu Globaler Gesundheit arbeiten, besteht die Gefahr, dass die Gesundheitswirtschaft ihre Einflussnahme und Meinungsführerschaft weiter ausbaut (www.plattformglobalegesundheit.de/falscheweichenstellung/). 

Antworten auf die Kleine Anfrage "Start der Vernetzungsplattform für Globale Gesundheit "Global Health Hub Germany": http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/091/1909164.pdf