01.07.2019 / Presseecho

Hype um den Hub (Welt-Sichten, Juni 2019)

von Moritz Elliesen

Hype um den Hub

Mit einer Austauschplattform zur internationalen Gesundheitspolitik, dem "Global Health Hub Germany", will das Bundesgesundheitsministerium Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vernetzen. Zivilgesellschaftliche Organisationen befürchten zu viel Einfluss der Wirtschaft.

Nach den Vorstellungen von Gesundheitsminister Jens Spahn soll sich der im Februar gegründete Hub innerhalb der nächsten drei Jahre zu einer Austauschplattform für globale gesundheitspolitische Fragen entwickeln: Zivilgesellschaftliche Organisationen sollen mit Vertretern von Unternehmen, der Wissenschaft, philanthropischen Stiftungen, Jugendverbänden und der Politik diskutieren und gemeinsame Projekte entwickeln. [...]

Womit sich der Hub genau beschäftigen wird, ist noch unklar: Bei der Auftaktveranstaltung im Februar schlug Spahn die Krebsbekämpfung, die Digitalisierung im Gesundheitswesen und Tropenkrankheiten als mögliche Schwerpunkte vor. Wirklich Greifbares ist seitdem aber nicht geschehen. [...]

Das Gesundheitsministerium äußert sich nur vage dazu, wer die Idee für den Global Health Hub hatte: Vertreter "verschiedener nichtstaatlicher Akteursgruppen" seien mit dem Wunsch nach mehr Vernetzung und Austausch an das Ministerium herangetreten, heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei. Eva-Maria Schreiber von der Bundestagsfraktion der Linken sagt dazu: "Die Bundesregierung agiert nicht transparent, sondern erhärtet den Verdacht, dass es sich um eine reine Initiative der Pharmaindustrie handelt." [...]