06.04.2020 / Pressemitteilung

Die Corona-Pandemie als Weckruf für massive Finanzierung für Basisgesundheitsversorgung im globalen Süden

Angesichts jahrzehntelanger Versäumnisse, ausreichend Geld für globale Gesundheit zur Verfügung zu stellen, sehe ich die Corona-Pandemie als Weckruf für eine massive Finanzierung für Basisgrundversorgung im globalen Süden. Noch ist Covid-19-Virus ein Virus des Nordens. Doch schon jetzt spielen sich in Ecuador, auf den Philippinen oder in Südafrika dramatische Szenen ab, die zeigen, dass ärmere Staaten mit oft desolaten Gesundheitssystemen nicht gut für einen Anstieg der Corona-Fälle gewappnet sind", erklärt Eva-Maria Schreiber, Obfrau im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die Linksfraktion im Bundestag anlässlich des morgigen Weltgesundheitstags. Schreiber weiter:

"Die britische Entwicklungsorganisation Oxfam fordert 160 Milliarden Dollar Hilfe für die 85 ärmsten Länder der Welt. Der WHO zufolge würde eine Basisgrundversorgung weltweit 200 Milliarden Dollar im Jahr kosten. Nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank zu lange auf neoliberale Strukturanpassungsprogramme gesetzt und die Gesundheitssysteme in vielen Entwicklungsländern kaputt gespart haben, fordern nun sogar sie ein Schuldenmoratorium. Die Schuldenkrise der ärmsten Länder zwingt diese zur Zahlung von 50 Milliarden Dollar jährlich an die Industrieländer. Ein zinsfreies Schuldenmoratorium und ein geordnetes Umschuldungsverfahren würden dazu beitragen, dass das Geld, das für Gesundheitsinfrastruktur dringend benötigt wird, im Land bleibt. Ich begrüße, dass Entwicklungsminister Gerd Müller die Forderungen nach einem Schuldenerlass teilt und fordere die Bundesregierung auf, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Ferner sollte die Bundesregierung sich für eine Erhöhung der Pflichtbeiträge an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einsetzen und die eigenen Versprechen, 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für globale Gesundheit, endlich einlösen."