24.04.2020 / Pressemitteilung

Millionen Malaria-Betroffene nicht länger vernachlässigen

„Während die Corona-Pandemie die Welt in Atem hält, laufen andere Infektionskrankheiten wie Malaria seit Jahrzehnten unter dem Radar. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich beinahe eine halbe Million Menschen an dieser mit ausreichender Diagnostik und medizinischer Behandlung eigentlich gut heilbaren Krankheit - eine unannehmbar hohe Zahl", erklärt Eva-Maria Schreiber, für die Fraktion DIE LINKE Obfrau im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zum Welt-Malaria-Tag am 25. April 2020. Schreiber weiter:

„Der Grund dafür, dass die pro Jahr geschätzt mehr als 200 Millionen Malaria-Fälle in 87 Ländern vernachlässigt werden, hat mit der skandalösen weltweiten Ungleichheit zu tun: Da es sich um eine armutsassoziierte Krankheit handelt, die besonders in tropischen und subtropischen Regionen mit geringer Kaufkraft auftritt, forscht die Pharmaindustrie aus ökonomischen Gründen unterdurchschnittlich viel.

Ich begrüße, dass die Bundesregierung bei der diesjährigen Wiederauffüllungsrunde des Globalen Fonds für die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose mit einem Beitrag von insgesamt einer Milliarde Euro für die Jahre 2020 bis 2022 der viertgrößte staatliche Geber des Fonds ist. Die Corona-Krise macht jedoch auch deutlich: Für die wirksame Bekämpfung von Malaria und anderen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Ebola, Covid-19 sind starke öffentliche Gesundheitssysteme unerlässlich. Leider haben die Regierungen und internationale Institutionen wie die Weltbank und der IWF seit Jahrzehnten auf Privatisierung und Profite statt auf den Zugang aller zu kostengünstiger gesundheitlicher Basisversorgung gesetzt.

Gesundheit ist ein Menschenrecht und eng verknüpft mit der Überwindung von Armut. DIE LINKE fordert daher eine Abkehr von Privatisierungen im Gesundheitsbereich – hierzulande wie in den Ländern des Südens – und die Aufhebung von Patenten, damit Medikamente kostengünstig allen Menschen weltweit zugutekommen. Durch Corona wird auch klar, dass wir eine massive Finanzierung von öffentlichen Gesundheitssystemen besonders in den ärmsten Ländern des Südens brauchen."