26.05.2020

Hohe Zahl Infizierter zeigt: Sammelunterkünfte müssen aufgelöst werden!

Eva-Maria Schreiber, Bundestagsabgeordnete der LINKEN für Regensburg, erklärt zu den Corona-Fällen in den Regensburger Gemeinschaftsunterkünften: "Der Bayerische Flüchtlingsrat, Campus Asyl, die BI Asyl, viele andere Gruppen und Organisationen und auch die Geflüchteten selbst haben seit Beginn der Coronakrise immer wieder vor einem Ausbruch und einer Massenansteckung mit dem Virus in den Unterkünften gewarnt. Passiert ist jedoch seitdem wenig. Geflüchtete wurden, wenn überhaupt, nur in einem in deutscher Sprache verfassten Schreiben informiert, es gab für die Geflüchteten keine Möglichkeit, den dringend notwendigen Abstand einzuhalten, und auch die hygienischen Bedingungen wurden nicht verbessert. Die Regierung der Oberpfalz vermeldete zwar, dass sie Geflüchtete isoliert unterbringen würde. Dies passiert aber scheinbar zu spät oder nicht voll umfänglich, denn es gibt immer wieder Meldungen Geflüchteter, dass in ihren Unterkünften weiterhin Infizierte mit Nichtinfizierten zusammen leben. Das Ergebnis sind nun schon mindestens 99 Infizierte und die Regierung der Oberpfalz scheint weiter leichtfertig mit Menschenleben zu spielen. In Bayern sind schon drei Geflüchtete in Unterkünften an COVID-19 verstorben. Tragisch ist, dass auch Geflüchtete in Regensburg, die schon eine Wohnung zur Verfügung hatten, trotz Corona nicht ausziehen durften und sich nun ebenfalls infiziert haben."

 

Schreiber weiter: "Auch außerhalb der Unterkünfte hat das nachlässige Handeln der Regierung der Oberpfalz Folgen. Die Regensburger Tafel musste schließen, weil Ehrenamtliche Kontakt zu infizierten Geflüchteten hatten, und Regensburg ist nun Corona-Hotspot in Bayern. Da zum Beispiel die BI Asyl bis zum Wochenende mit bis zu 300 Infizierten rechnet, fordere ich alle Beteiligten auf, nun endlich zu handeln und das bayernweit, denn was in Regensburg und auch in anderen Unterkünften schon passiert ist, kann überall passieren. Die Lager müssen aufgelöst und die Geflüchteten einzeln untergebracht werden, damit auch sie die Möglichkeit haben, Abstand zu halten und unter menschenwürdigen Bedingungen zu leben."