08.03.2021

Laut Anfrage der Linksfraktion hohe Zahl von Leiharbeiter*innen und Frauen in Teilzeit in Regensburg

Susanne Ferschl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Gute Arbeit der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, hat die Kleine Anfrage "Bayerische Lebens- und Arbeitsrealitäten" gestellt. Eva-Maria Schreiber, Bundestagsabgeordnete und Direktkandidatin für Regensburg, kommentiert die Zahlen für Stadt und Landkreis Regensburg der nun vorliegenden Antwort: "Ich finde die gewaltigen Lohnunterschiede zwischen Vollzeitbeschäftigten und Leiharbeiter*innen in Regensburg erschreckend. Lag der Medianlohn 2019 bei regulär Beschäftigten bei 3.941 Euro, kamen Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter gerade mal auf 2.330 Euro. Damit verdienen sie 40,9 Prozent weniger. Das zeigt, dass wir endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit für die Leiharbeitnehmerinnen und -nehmer plus eines Flexibilitätszuschlags von zehn Prozent brauchen, und zwar ab dem ersten Tag."

In Stadt und Landkreis hat sich bei einer, wegen Zuzug, steigenden Zahl der Beschäftigten seit 2010 auch die Zahl der Teilzeitbeschäftigten massiv erhöht. 2019 arbeiteten in Regensburg Stadt 37.553 Menschen in Teilzeit Das sind 55 Prozent mehr als 2010. Im Landkreis stieg die Zahl von 7511 um über 80 Prozent auf 13568.

Der übergroße Teil der Menschen in Teilzeit sind Frauen. In Regensburg liegt er bei 77 Prozent und im Landkreis bei über 80 Prozent. Dazu erklärt Schreiber: "Der Equal Pay Day am 10. März mahnt, dass Frauen im Schnitt immer noch 19 Prozent weniger als Männer verdienen und wenn in einer Familie jemand in Teilzeit gehen muss, führt der Gehaltsunterschied dazu, dass dann die oft weniger verdienende Frau auch noch eine Beschäftigung mit weniger Stunden ausübt. Das verstärkt Abhängigkeiten, die Gefahr der Altersarmut und überkommende Rollenbilder. Deshalb setzt sich DIE LINKE für höhere Löhne und Renten und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein."