12.04.2021 / Artikel

Bericht und Mitschnitt zum Roten-Sofa-Gespräch online mit Malik Diao

Mitschnitt des Online-Roten-Sofa-Gesprächs zum Thema Seebrücke mit Malik Diao

Malik Diao war mein Gesprächsgast auf dem virtuellen Roten Sofa am 10. April 2021. Der junge Ingolstädter Musiker und Komponist engagiert sich in verschiedenen Gremien in der Partei DIE LINKE und in zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Fridays For Future und die Seebrücke. Diese bildet einen Schwerpunkt seiner politischen Arbeit. Und ich habe Malik Diao eingeladen, um mehr darüber zu erfahren.

Die Bewegung Seebrücke hat sich Ende Juni 2018 gegründet, als das Schiff Lifeline mit 234 Menschen an Bord tagelang auf hoher See ausharren musste und in keinem europäischen Hafen anlegen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits mehrere Städte und Länder angeboten, die Menschen von der Lifeline aufzunehmen. Aus Empörung über diesen Zustand haben sich einige Aktivist*innen, die seit Jahren ehren- und hauptamtlich in der Geflüchtetenhilfe arbeiten, in einer Messenger-Gruppe organisiert. Daraus erwuchs innerhalb weniger Tage die Bewegung Seebrücke, der sich deutschlandweit viele Menschen angeschlossen haben.

Immer noch treten Menschen die gefährliche Flucht über das Mittelmeer oder über den Atlantik  an. Aber die Corona-Pandemie hat das Schicksal der Menschen, auf den Fluchtwegen und in den Lagern, aus den Medien verdrängt.

In der Diskussion erklärte Malik Diao, dass sich die Seebrücke sowohl für die Geflüchteten auf den verschiedenen Routen und in den Lagern einsetze, aber dass sie auch eine Entkriminalisierung der NGO-Seenotrettungskräfte fordere. Die Seebrücke habe auch das Bündnis „Städte Sichere Häfen“ initiiert, in welchem sich mittlerweile 240 deutsche Kommunen bereit erklären, Geflüchtete aufzunehmen. Noch sei die Rechtslage so, dass diese Städte nicht mehr Geflüchtete aufnehmen dürften, als ihnen durch die Verteilungsquoten zugewiesen werden, obwohl sie weitaus mehr Kapazitäten hätten. Als Sprecher der Seebrücke-Lokalgruppe Eichstätt-Ingolstadt  kämpft Malik Diao dennoch dafür, dass sich auch die Stadt Ingolstadt noch heuer zu einem „sicheren Hafen“ erklärt.