09.02.2018 / Presseecho

Ein Schuss in Afrika - Menschenrechtsverletzungen in Naturschutzparks in Kongo (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Ein 17-Jähriger wird im Nationalpark Kahuzi-Biega in der Demokratischen Republik Kongo auf der Suche nach einer Heilpflanze für seinen kranken Bruder vor den Augen seines Vaters erschossen. Täter sind die Parkwächter des vom BMZ mit finanzierten Nationalparks, weil sie in Vater und Sohn fälschlicher Weise Wilderer sahen.

Die Antwort auf die Kleine Anfrage "Deutschlands Finanzierung von Schutzgebieten im Kongo-Becken" liefert brisante Fakten zutage, so würden indigene Rechte missachtet. 

"Auf die Nachfrage der Linksfraktion führt das Entwicklungsministerium aus, dass die Mehrzahl der unterstützten Schutzgebiete lange vor Beginn des deutschen Engagements gegründet worden sei. Eine nachträgliche Einholung der Zustimmung der Indigenen sei 'aufgrund der Natur dieses Prozesses' nicht möglich'. [...] Eva-Maria Schreiber, Obfrau der Linksfraktion im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, spricht von einem 'Abgesang auf eine menschenrechtlich orientierte Entwicklungspolitik'. Die Bundesregierung stelle 'der eigenen Arbeit im Kongo-Becken ein Armutszeugnis aus.' Entwicklungszusammenarbeit 'muss sich insbesondere marginalisierter Gruppen annehmen und für deren Rechte einstehen. Die Bundesregierung macht das genaue Gegenteil." [...]

 

 

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