09.08.2021 / Presseecho

Linke fordern Rücknahme von Corona-​Impfstoff aus den Arztpraxen (6. August)

Es ist weiter unklar, was mit dem ungenutzten AstraZeneca-Impfstoff passiert, der in den Kühlschränken der Arztpraxen und Betriebsärzte lagert. Die Fraktionen von FDP und Die Linke im Bundestag fordern, dass er eingesammelt und dann an Entwicklungsländer gespendet wird. Der Impfstoff sei zu wertvoll, als dass er verfallen dürfe, sagte der Vize-Chef der FDP-Bundestagsfraktion Michael Theurer am Freitag radio ffn in Hannover:

"Wir glauben, dass es organisierbar ist, denn es gibt ja eine gute Versorgung über Apotheken und auch Arzneimittelgroßhandlungen. Wir denken, dass der Bundesgesundheitsminister die Länder und eben dann auch die Arzneimittelgroßhändler und die Apotheken an einen Tisch bekommen sollte mit den Ärzten, um das zu organisieren. Unüberwindbar erscheint es uns nicht. Wobei wir auch sagen, bevor diese Impfstoffe in der Fläche eingesammelt werden, sollte eine groß angelegt Werbe- und Aufklärungsaktion starten[...]"

[...]

Und auch von Eva-Maria Schreiber, Obfrau der Bundestagsfraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung heißt es auf ffn-Nachfrage, die ungenutzten Astra Zeneca-Impfstoff-Dosen bei den niedergelassenen Ärzten müssten "unbürokratisch und schnell eingesammelt und gespendet werden". Die Impfstoff-Produktion müsse außerdem ausgeweitet werden. Es brauche zusätzliche Produktionsstätten.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) fordert von den Gesundheitsbehörden, nicht genutzten Corona-​Impfstoff, der noch nicht sein Verfallsdatum erreicht hat, von den Praxen zurückzunehmen.  KVN-Sprecher Uwe Köster sagte radio ffn:

"Wir gehen davon aus, dass Astra Zeneca-Bestände in den Praxen durchaus vorhanden sind, deren Haltbarkeitsdaten noch nicht abgelaufen sind, die also zurück gegeben werden könnten. Da wird dann häufig das Argument angeführt, die wissen ja gar nicht, ob diese Impfdosen noch zu verbrauchen sind, ob da nicht irgendwo die Kühlkette unterbrochen wurde, so dass die qualitativ eigentlich nicht mehr zu gebrauchen wären. Und da sagen wir: Wenn die Impfstoffdosen technisch einwandfrei gekühlt in die Praxen geliefert werden können, dann muss es auch den umgekehrten Weg geben, sie technisch einwandfrei gekühlt wieder abzuholen und dann auch für den Versand an andere Orte eben umzuverpacken. Angesichts der weltweiten Situation sei das schon geboten "

Vom Bundesgesundheitsministerium heißt es auf ffn-Nachfrage:

"Es werden nur COVID-19-Impfstoffe zurückgegeben, die im direkten Verantwortungsbereich der Länder liegen. Nur unter nachweislicher Einhaltung der erforderlichen Lagerungs- und Transportbedingungen kann die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der COVID-19-Impfstoffe sichergestellt werden."

radio ffn

Nachrichtenredaktion

Funk & Fernsehen Nordwestdeutschland

Produktions GmbH & Co. KG