19.04.2018 / Artikel

Podiumsdiskussion zur Rolle von Forschung und Entwicklung bei der Bekämpfung armutsassoziierter und vernachlässigter Krankheiten

PDP-Event-DSW-2018

Auf dem gestrigen Podium der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zur Rolle von Forschung und Entwicklung bei der Bekämpfung armutsassoziierter und vernachlässigter Krankheiten. Mit Moderatorin Lisa Görlitz (DSW Brüssel) und Dr. Jörg Möhrle (Medicines for Malaria Ventures) bin ich einer Meinung: die Bundesregierung muss ihrer angekündigten Vorreiterrolle im Bereich Globale Gesundheit gerecht werden und den Worten Taten folgen lassen. Dazu gehört eine deutliche Aufstockung für die Finanzierung von non-profit Produktpartnerschaften (PDP).

Die Pharmaindustrie erwartet oft keinen Profit, wenn es um Produkte für Krankheiten geht, die in ärmeren Ländern geschätzt eine Milliarde Menschen betreffen, hier aber nahezu ausgerottet sind, wie die Tuberkulose. Daher leiden viele Betroffene darunter, entweder keinen oder kaum Zugang zu Medikamenten zu haben oder von alten, oft toxischen Wirkstoffen noch weiter zu erkranken. Neue Medikamente müssen dringend her, und diese müssen bezahlbar und zugänglich sein für die Ärmsten. Gesundheit ist keine Ware! 

Die erfolgreichen PDP zwischen Forschungseinrichtungen, der Bundesregierung, Institutionen im globalen Süden und Pharmaunternehmen sollten deutlich aufgestockt werden von jetzt 50 Millionen auf 100 Millionen in der dritten Förderrunde nach 2021. Ferner plädiere ich für eine Flexibilisierung und Verstetigung der Förderungen, denn wissenschaftliche Forschung erstreckt sich über längere Zeiträume als die anvisierten fünf Jahre.

Darüber hinaus möchte ich mich in den kommenden Jahren für öffentliche Forschung, gesetzlich geregelten "open access", also öffentlichen Zugang der Arzneimittelforschung einsetzen. Die Bezahlbarkeit und der Zugang zu den Forschungsdaten, auch "equitable licensing", muss überall gegeben sein, damit das Menschenrecht auf Gesundheit nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch für alle Menschen Realität wird.

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