02.07.2018 / Pressemitteilung

Ankerzentren bedeuten für Geflüchtete Verwahrung bis zur Abschiebung

"Es ist offensichtlich, dass die Umwandlung der Regensburger Erstaufnahmeeinrichtung in ein Ankerzentrum die Lage der Geflüchteten dort nicht verbessern wird, ganz im Gegenteil. Damit wird aus der Erstaufnahmeeinrichtung auch ein knallhartes Abschiebelager, in denen die Geflüchteten bis zu ihrer Abschiebung ohne Beschäftigung und Perspektiven verwahrt werden", so Eva Schreiber, bayerische Bundestagsabgeordnete der LINKEN für Regensburg, zu der heutigen Vorstellung der Pläne von Innenminister Herrmann.

Schreiber spricht sich klar gegen diese Pläne aus: "Eine kurzzeitige Unterbringung von neu angekommenen Geflüchteten in großen Aufnahmeeinrichtungen ist unvermeidbar. Jedoch muss das Ziel sein, diese im Anschluss schnell in kleinen Unterkünften und Wohnungen unterzubringen, denn die Lebensbedingungen in großen Sammellagern sind menschenunwürdig."

Richard Spieß, Stadtrat der Regensburger LINKEN, erklärt dazu: "Das Leben in Ankerzentren wird für die Geflüchteten bedeuten: Wohnen auf engstem Raum in Mehrbettzimmern, nur Sachleistungen und Kantinenessen, rechtswidrige Sozialleistungskürzungen; mangelnde medizinische Versorgung, kaum Zugang zu Beratung und anwaltlicher Vertretung, Residenzpflicht auf Stadt oder Landkreis, Arbeitsverbote, Beschulung auf Minimalniveau in Lagerschulen, kein Zugang zu Integrationskursen, hohe Zäune, geschlossene Tore und Überwachung durch Sicherheitsdienste. Die unsägliche Behandlung der Geflüchteten in den Ankerzentren wäre aber eine Schande für ein weltoffenes Regensburg und ein buntes und integratives Bayern!"

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